Geschichte
Der Deutsche Sport-Club Wanne-Eickel e.V. wurde 1969 gegründet und ging aus dem Sportverein TB Eickel hervor. Die Fußballabteilung entstand jedoch erst 1971. Im Jahr 2000 wurde sie aus dem Gesamtverein ausgegliedert und als eigenständiger Verein unter dem Namen Deutscher Sport-Club Wanne-Eickel Fußballabteilung e.V. ins Vereinsregister eingetragen. Die Vereinsfarben sind Schwarz und Gelb. Derzeit spielt der Klub aus Wanne-Eickel in der Westfalenliga II (sechste Spielklasse).
Da man als TB 1954 Eickel bereits von 1954 bis 1970/71 am Spielbetrieb teilgenommen hatte, startete der DSC 1971 in der damals noch drittklassigen Verbandsliga Westfalen II. 1978 gelang der bis dahin größte sportliche Erfolg: der Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga Nord. Das erste Zweitligajahr beendete man auf dem 13. Tabellenplatz, im zweiten Jahr wurde Rang 11 erreicht. Sportlich hielt man die Klasse, doch aus finanziellen Gründen gab der Verein anschließend die Lizenz zurück.
Von 1980 bis 1993 gehörte der DSC der Oberliga Westfalen an und wurde dort 1984/85 sogar Vizemeister. Danach folgten zwei Jahre in der Verbandsliga Westfalen II, die nach einer Neuorganisation des Ligasystems zur Saison 1994/95 nur noch die fünfthöchste Liga darstellte. Ein Tiefpunkt war der Abstieg in die Landesliga im Jahr 2003. Seit 2005 spielen die DSC-Fußballer wieder in der Verbandsliga Westfalen, Staffel 2.
Am 5. Juni 2006 gewann der DSC die Meisterschaft in der Verbandsliga Westfalen II. Damit wäre die 1. Mannschaft in die Oberliga Westfalen aufgestiegen, jedoch erhielt der Verein die Lizenz nicht, da notwendige Unterlagen nicht beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen eingereicht wurden.
Heute spielt der DSC Wanne-Eickel nach einer erneuten Neuorganisation des Ligasystems in der Westfalenliga Staffel 2 und verfolgt weiterhin ambitionierte sportliche Ziele.
Rückblick 2. Bundesliga
Die erfolgreichste Zeit des Vereins lag zwischen 1978 und 1980. In diesen Jahren sorgten die Schwarz-Gelben für viel sportliche Furore und positive Schlagzeilen. Zum Ende der Saison 1977/78 wurde der DSC in der Verbandsliga Gruppe II Meister mit 89:33 Toren und 55:13 Punkten vor der SpVg Erkenschwick.
Unter Trainer Günter Luttrop musste sich der DSC in zwei Spielen gegen den 1. FC Paderborn 08/13 (Meister der Verbandsliga Gruppe I) um den Westfalenmeistertitel messen, denn nur der Sieger durfte an der Aufstiegsrunde teilnehmen.
Aufstieg: Im Radio erklang der „Mond von Wanne-Eickel“
Mit einem 2:0-Heimsieg und einer 1:2-Auswärtsniederlage errang der DSC den Titel „Westfalenmeister 1977/78“ und löste das Ticket für die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Eingestuft wurde man in Gruppe A mit Göttingen 05, VfL Wolfsburg und Viktoria Köln.
In einer dramatischen Aufstiegsrunde schaffte der DSC Wanne-Eickel im letzten Spiel mit einem 2:0-Sieg nach Toren von „Peter“ und „Lücke“ den Aufstieg hinter Viktoria Köln. Am 18. Juni 1978 war der DSC Wanne-Eickel damit die zweite Herner Mannschaft im bezahlten Fußball.
Das Team, das Wanne-Eickel bewegte
Stehend von links: Sportdirektor Grosse-Boymann, Trainer Luttrop, Höhmann, Mauthe, Regenbogen, Kuchta, Peter, Steinhoff, Gehlisch, 2. Vorsitzender Kostuji
Sitzend von links: Kosien, Leske, Franken, Eigenwillig, Wiese, Biermann, Lücke, Wischnewski, Öhler, Rothe
Trainer der Stunde
Trainer der Aufstiegsmannschaft war Günter Luttrop, geboren am 28.10.1933. Er war Spieler beim VfL Alten-Bögge.
Seine vorherigen Trainerstationen waren Hamm 09 (1961–1963), Bockum-Hövel (1963–1968, damals mit Bernard Dietz), DJK Gütersloh (1968–1971, Aufstieg in die Regionalliga), SVA Gütersloh (1971–1973) und TuS Ahlen (1974–1977).
Seit Beginn der Saison 1977/78 war er verantwortlicher Trainer beim DSC Wanne-Eickel. Als Assistenztrainer fungierte Günter Gehlisch, langjähriger Stammspieler des Vereins.
„Nichts ist so schön wie der Mond von Wanne-Eickel“
Mit dem Aufstieg war der DSC plötzlich in aller Munde. Von Beginn an legten die Verantwortlichen Wert auf solides finanzielles und sportliches Handeln. Mit einem Zuschauerschnitt von über 3.000 rangierte der DSC am Ende der Saison 1978/79 auf Platz elf – vor Herne und Wattenscheid.
Senkrechtstarter lässt aufhorchen
Auch im zweiten Bundesligajahr galt der DSC als Newcomer und sorgte weiterhin für positive Schlagzeilen. „Von dieser Mannschaft wird man noch hören“, lobte selbst Bielefelds Trainer Otto Rehhagel den DSC.
Siege gegen Osnabrück und Tennis Borussia Berlin sowie der Sturz des bis dahin ungeschlagenen Tabellenführers Rot-Weiß Oberhausen sorgten für Aufsehen. Trainer Toni Burghardt zog damals eine zufriedene Bilanz: „Bei uns läuft es bestens, die Truppe ist gut in Schuss und kann mit den meisten Klubs der 2. Liga mithalten.“
Als Neuzugänge wurden Blasey, Wiesenthal (oben von links), Sobieray, Schötteldreier und Trainer Burghardt (unten von links) vorgestellt.
Wie auch heute schwärmten die damaligen DSC-Kicker vom Teamgeist. „Hier muss man sich einfach wohlfühlen, die Kameradschaft ist geradezu bombig“, so Ex-Schalker Jürgen Sobieray.
Doch dann kamen Nachrichten, die die Fans erschütterten: Schlagzeilen wie „DSC Wanne-Eickel zu Grabe getragen“ oder „Der Fall ins Bodenlose“ machten die Runde. Der Zorn der Anhänger richtete sich gegen Funktionäre und Geldgeber. Gerüchte kursierten, doch die Gründe lagen letztlich in Entscheidungen des DFB und der Neuordnung der 2. Liga, die den finanziellen Rahmen sprengten.
Viele Spieler wollten zudem keine Vollprofis werden und ihren Beruf aufgeben. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen in Wanne-Eickel waren für eine dauerhafte Profiliga nicht gegeben.
Ein Stück Fußballgeschichte auch für Wanne-Eickel